Bilal
von Sourav Sarangi
Indien, Finnland, 2008
Streaming-Regionen: global
zusammenfassung
Der dreijährige Bilal lebt mit seinen Eltern, seiner Großmutter und seinem jüngeren Bruder in einem kleinen, dunklen Zimmer in Kalkutta, Indien. Die Familie ist arm, und Bilals Eltern sind beide blind. Er mag zwar noch ein Kleinkind sein, doch dieser einfallsreiche, verspielte kleine Junge weiß bereits viel über das Leben. Er führt seinen Vater durch den dichten Verkehr, weist seine Mutter darauf hin, was im Haus geputzt werden muss, und bringt seinem eineinhalbjährigen Geschwisterchen bei, wie es die Aufmerksamkeit seiner Eltern auf sich lenken kann. Bilal ist sich der Behinderung seiner Eltern instinktiv bewusst und hat eine besondere Art entwickelt, mit ihnen zu kommunizieren und zu interagieren. Er umarmt sie, um ihnen zu zeigen, wenn er glücklich ist, und wenn er Unfug treiben will, weiß er: Wenn er aus dem Haus rennt, kann seine Mutter kaum etwas tun, um ihn zurückzuholen – außer zu rufen und darauf zu warten, dass die Nachbarn ihn einfangen. Regisseur Sourav Sarangi begleitete Bilal ein Jahr lang und hielt Momente der Not, der Zärtlichkeit und der Hoffnung fest. Sein schlichter Film bietet uns die Perspektive eines Kindes auf Armut, Familie, Spaß und Verantwortung. Er wird Sie in vielerlei Hinsicht dazu bringen, Ihre Sicht auf die Welt zu hinterfragen.
über die regisseur*innen
Sourav Sarangi wurde 1964 geboren, studierte Geologie, wechselte später jedoch an der FTII, der berühmten Filmhochschule in Indien, zum Studiengang Filmschnitt. In den letzten Jahren war er vor allem an internationalen Koproduktionen beteiligt. Die wenigen Dokumentar- und Spielfilme, die Sourav gedreht hat, brachten ihm weltweit Auszeichnungen ein. Außerdem war er in Indien intensiv als Programmdirektor bei privaten Fernsehsendern tätig.