Die haitianische Trilogie: Was passiert mit einem aufgeschobenen Traum?
von Esery Mondesir
Mexiko, 2020
zusammenfassung
Es ist Silvester in Tijuana, Mexiko. Wood und Colonel sind damit beschäftigt, Soup Joumou zu kochen, um den haitianischen Unabhängigkeitstag mit ihren Freunden im “Trap House” zu feiern. Während sie kochen, werden Erinnerungen an die gefährliche Reise wach, die sie vor zwei Jahren an die Grenze zwischen den USA und Mexiko gebracht hat. Von Haiti nach Brasilien und durch neun weitere süd- und mittelamerikanische Länder sind sie nun hier, eingeklemmt zwischen ihrem Traum von einer Musikkarriere in den USA und einem amerikanischen Präsidenten, der Haiti ein Drecksloch nennt und glaubt, alle Haitianer hätten AIDS.
über die regisseur*innen
Esery Mondesir ist ein in Haiti geborener und in Toronto lebender künstlerischer Filmemacher. Er arbeitete als Gymnasiallehrer, Buchgestalter und Gewerkschaftsorganisator, bevor er 2017 einen MFA in Filmproduktion an der York University (Toronto) erhielt. In seiner Arbeit setzt er sich kritisch mit modernen soziopolitischen und kulturellen Phänomenen auseinander, um unsere Gesellschaft von ihren Rändern her zu betrachten. Motiviert durch seine eigene Diaspora-Erfahrung, schöpfen Mondesirs Filme aus dem kollektiven Gedächtnis, offiziellen Archiven, volkstümlichen Aufzeichnungen und dem Alltag, um Migration und Exil als Orte der Identitätsbildung und des kulturellen Widerstands zu erkunden. Seine Arbeiten wurden in Kanada und international gezeigt. Im Jahr 2016 erhielt er den Lawrence Heisey Graduate Award in Fine Arts und 2017 den Paavo and Aino Lukkari Human Rights Award des Centre for Research on Latin America and the Caribbean der York University.