Sag dem Frühling, er soll dieses Jahr nicht kommen
von Saeed Taji Farouky und Michael McEvoy
VEREINIGTES KÖNIGREICH, 2015
Streaming-Regionen: global mit einigen ausnahmen
zusammenfassung
Als sich die NATO-Truppen aus Afghanistan zurückzogen, übernahm die Afghanische Nationalarmee (ANA) die Kontrolle über die Provinz Helmand, eine äußerst gefährliche Region, in der Angriffe von Taliban-Kämpfern an der Tagesordnung sind. Sicherheit, geschweige denn Frieden, scheinen unerreichbar zu sein; es ist sogar schwierig, eine gemeinsame Sprache in einem Land zu finden, in dem sich alle gegenseitig misstrauen. Die Regisseure dieses Films begleiteten eine Kompanie der ANA ein Jahr lang bei ihrem Einsatz an der Front in Helmand. Die Soldaten werden unregelmäßig bezahlt, es gibt nicht genügend Nachschub und ihre Ausrüstung ist minderwertig. Mit der Ausrüstung, die die ISAF zurückgelassen hat, können sie keinen Krieg führen. Die Cinemascope-Bilder von Saeed Taji Farouky verleihen dem Alltag der Soldaten eine epische Dimension, und die privaten Momente und blutigen Schlachten wirken wie eine Metapher für das Schicksal dieses vom Krieg zerrissenen Landes. In Interviews aus dem Off sprechen die Protagonisten über ihre Zweifel, ihre Hoffnungen und ihre Träume. Gleichzeitig zeigt der Film die Absurdität des Konflikts aus der Sicht dieser afghanischen Soldaten, in einem Land, dessen Regierung einem Feind ausgeliefert ist, den selbst die NATO-Truppen in fast dreizehn Jahren nicht besiegen konnten.
über die/den regisseur*in
Saeed Taji Farouky ist ein palästinensisch-britischer Filmemacher, der seit 2005 Filme zu den Themen Konflikt, Menschenrechte und Kolonialismus dreht.
Sein neuester Dokumentarfilm A Thousand Fires wurde als Eröffnungsfilm der Directors Fortnight des Filmfestivals Locarno 2021 uraufgeführt und gewann den Marco Zucchi Preis für den innovativsten Dokumentarfilm.
Farouky ist auch ein radikaler Filmpädagoge, der regelmäßig unterrichtet, Workshops leitet und Vorträge über das politische Kino hält. Er ist Designer und leitender Tutor der Radical Film School, einem kostenlosen Filmkurs in London, der sich der Entwicklung politischer Filmemacher aus marginalisierten Schichten widmet.
Michael McEvoy ist Dokumentarfilmer, Anthropologe und Konfliktforscher. Er hat in der humanitären Hilfe, als Journalist und als Feldforscher im Nahen Osten, West- und Zentralafrika, Lateinamerika und Zentralasien gearbeitet. In den letzten Jahren hat er sich mit indigenen Erkenntnissen und kulturübergreifenden Ansätzen für partizipativere und ganzheitlichere Formen der Regierungsführung und Konfliktlösung befasst.