CINELOGUE
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aktuelles Programm:
bis Winter 2022

Kino nach der Befreiung

Das Cinelogue-Debütprogramm Kino nach der Befreiung zelebriert Arthouse-Filme, die nach dem Ende der direkten kolonialen Herrschaft entstanden sind. In dieser Zeit nutzten viele BIPOC-Filmemacher*innen in ehemals kolonialisierten Ländern das Kino als Werkzeug für den sozialen und kulturellen Wiederaufbau, um ihre Handlungsmacht und Selbstbestimmung wiederherzustellen.

Alle Filme bieten einen ersten, unverfälschten Blick auf die Lebensrealitäten von Gesellschaften, die durch koloniale Gewalt innerlich und äußerlich zerrüttet wurden. Die Filme aus neu gewonnener künstlerischer Freiheit erforschen Fragen der Dualität, des Selbst und des Anderen, durch die laufende Suche nach individueller und kollektiver Handlungsfähigkeit.

Mit der Präsentation dieser Filme in einem Programm, möchte Cinelogue das koloniale Konzept des Nationalstaates überwinden und betonen, dass das fortlaufende Projekt der Dekolonisierung unvollständig bleibt, solange es nach nationalen Identitäten organisiert ist.

 

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01

Tajouj von Gadalla Gubara / Sudan 1977

Der Film gilt als erster sudanesischer Spielfilm und eignet sich für das Genre des Epos, da er auf einer sudanesischen Volkserzählung über die Werte Heldentum, Tapferkeit und Liebe basiert.

mit einem Kommentar von:
Talal Afifi | Schriftsteller, Filmkritiker und Gründer der Sudan Film Factory

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02

Borom Sarret von Ousmane Sembène / Senegal 1963

Borom Sarret (Der Wagenfahrer) verfolgt, wie der Name schon sagt, das tägliche Leid von Abdoulaye Ly, einem Wagenfahrer von Beruf. Er ist auf einigen Straßen von Dakar unterwegs, sein Wagen wird von seinem treuen Pferd AlBourakh gezogen.

mit einem Kommentar von:
Ndèye Fatou Kane | Feministin, Autorin und Gender Studies-Forscherin

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03

La Noire de… von Ousmane Sembène / Senegal 1966

In La Noire De… bietet Sembène eine beispiellose postkoloniale Lesart der Beziehungen zwischen Frankreich und Senegal und zeigt, mit seiner Kamera in der Hand, dass die Verteidigung der Arbeiter*innenklasse die Motivation seiner filmischen Arbeit darstellt.

mit einem Kommentar von:
Ndèye Fatou Kane | Feministin, Autorin und Gender Studies-Forscherin

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04

Rekava von Lester James Peries / Sri Lanka 1956

Rekava ist ein Klassiker aus Sri Lanka (die damalige Dominion Ceylon) von Lester James Peries. Die Geschichte spielt in einem srilankischen Dorf und erzählt von Sena, ein Junge und Heiler, und den sozialen Spannungen, die seine Fähigkeiten mit sich bringen.

mit einem Kommentar von:
Sumitra Peries | Filmemacherin

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05

Monangambee von Sarah Maldoror / Algerien 1969

Nach jahrhundertelanger Kolonialisierung Angolas durch die ehemalige portugiesische Kolonialherrschaft, bringt Sarahs Monangambeee zum ersten Mal eine Geschichte auf die Leinwand, die auf einer angolanischen Kurzgeschichte basiert: O Fato Completo de Lucas Matesso von Luandino Vieira, mit zwei angolanischen Befreiungskämpfer*innen (Elisa Andrade und Carlos Pestana) als Protagonist*innen.

mit einem Kommentar von:
Fraique | Filmemacher und Mitbegründer des angolanischen Kollektivs Geração 80

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